PRESSE

Pressemitteilung

Preisverleihung 13. Marburger Kinder- und Jugendfilmfestival Final Cut

Nach sieben aufregenden Festivaltagen wurde am Sonntag, 28.10.2018 im Cineplex Marburg in einer feierlichen Preisverleihung des 13. Marburger Kinder- und Jugendfilmfestivals der Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ als „Bester Kinderfilm“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung „Bester Jugendfilm“ ging an „Girl“. Die Preisträger wurden mit großem Engagement von der achtköpfigen Kinderjury (im Alter von 11-14 Jahren) und den sechs Mitgliedern der Jugendjury (im Alter von 15- 17 Jahren) aus insgesamt elf nominierten Filmen ausgewählt. Dirk Ahner, Drehbuchautor von Jim Knopf und bei Final Cut zu Gast, freute sich sehr über den Preis: „Das freut mich wirklich riesig. (...) Ich hatte eine schöne Zeit bei euch, und es war wirklich toll und inspirierend mit den Kindern zu sprechen.“ Das Festival konnte insgesamt ca. 750 Besucher begrüßen. Außerdem besuchten 12 Schulklassen die Vormittagsvorstellungen! Das Marburger Kinder- und Jugendfilmfestival im Cineplex wurde in Zusammenarbeit mit den Fachdiensten Kultur und Jugendförderung der Stadt Marburg 2006 ins Leben gerufen.

Weitere Infos: Marion Closmann: 06421 - 1730-63, Birgit Peulings: 06421 - 1730-0

 


Jurybegründungen

Begründung der Kinderjury:

Bester Kinderfilm
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
Deutschland 2018, Regie: Dennis Gansel, 110 Min., FSK 0

„In dem Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ geht es um den jungen Jim, der mit seinem Freund Lukas und der Lokomotive Emma eine abenteuerliche Reise macht, um seine leiblichen Eltern zu finden und die Prinzessin Li Si aus den Fängen des bösen Drachen Frau Mahlzahn zu retten. Die beiden Hauptrollen des Films sind Jim Knopf und Lukas. Obwohl Lukas ein Erwachsener ist, kann man sich dennoch sehr gut mit beiden Protagonisten identifizieren. Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus Jims Sicht. Lukas übernimmt im Film eher die Rolle eines gleichberechtigten Kumpels und nicht die eines Erwachsenen. In der Geschichte des Films werden viele unterschiedliche Themen angesprochen: Es geht um Freundschaft, Familie und Zusammenhalt. Der Film ist eine spannende Abenteuerreise, bei der vermittelt wird, dass man niemals aufgeben soll. Besonders gefallen haben uns die visuellen und auditiven Mittel des Films. Hervorzuheben sind vor allem die sehr echt wirkenden computerunterstützten Spezialeffekte des Films wie z. B. die Gestaltung des Orts Mandala, welcher sehr farbenfroh und passend wirkt. In dem Film werden zahlreiche phantasievolle Orte erschaffen, die den Zuschauer in diese Welt mitnehmen. Alles ist sehr durchdacht. Die sehr detailreichen Requisiten und Kostüme passen immer zur Handlung. Der Film zeigt viele Panoramaaufnahmen und Totalen, aber auch viele Halbtotalen, Nahaufnahmen und Details, die im Zusammenspiel mit Vogel- und Froschperspektiven wunderbar zusammenspielen. Durch den ausgeglichenen Schnitt hat der Film ein gutes Erzähltempo. Die verwendete Sprache und Ausdrucksweise ist verständlich und kindgerecht. Besonders lustig sind die witzigen Wortverdreher des Königs. Die klassische Filmmusik unterstützt die Stimmung und die Handlung des Films ebenso wie die vielen authentischen Detailgeräusche. Uns hat angesprochen, dass der Film sowohl für jüngere als auch für ältere Kinder gleichermaßen geeignet ist. Wir empfehlen diesen Film allen Kindern und junggebliebenen Erwachsenen ab 8 Jahren.“

 

Begründung der Jugendjury:

Bester Jugendfilm
Girl
Belgien 2018, Regie: Lukas Dhont, 106 Min., FSK 12

“Girl“ hat uns auf sehr verschiedene Weise beeindruckt. Er spricht Dinge an, die nicht nur allein für Jugendliche sondern auch für die Gesellschaft ein wichtiges Thema sind. Der Film erzählt eine individuelle Geschichte, die den Zuschauer einen besonderen Weg zur Selbstfindung miterleben lässt. Er hat die Jury emotional berührt und zum Nachdenken angeregt. Der Film „Girl“ hat ein breites Themenspektrum: Es geht um Ballett, Leistungsdruck, Sexualität, Ehrgeiz, Transgender, den Umgang mit dem Anders-Sein und um die Opfer, die man bereit ist, für seine Träume zu erbringen. Die Protagonistin Lara, im Konflikt zwischen ihrem weiblichen Selbst und dem Körper eines Jungen, hat den Traum, Balletttänzerin zu werden. Wir erleben ihren harten Weg mit therapeutischer und medizinischer Behandlung, aufgefangen in einem familiären Kontext, der nicht alltäglich ist. Neben dieser besonderen Belastung steigt auch der Leistungsdruck in ihrer sportlichen Karriere. Die Figur Lara wird von Victor Polster gespielt, dessen herausragende schauspielerische Leistung der Figur eine komplexe Persönlichkeit verleiht und ihre inneren Konflikte lebendig und authentisch werden lässt. Auch die Vaterfigur, gespielt von Arieh Worthalter, überzeugt uns sehr. Durch seine liebevolle fürsorgende Art kann man sich als Zuschauer sehr gut in ihn hineinfühlen. Auf der visuellen Ebene verstärkt der Film durch präzise Bildauswahl und variantenreiche Kameraführung die Gefühle, Eindrücke und Konflikte der Figuren. In seiner ästhetischen Machart nimmt er den Zuschauer emotional mit und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Wir empfehlen diesen beeindruckenden Jugendfilm, der von seinen Zuschauern einiges erwartet, allen interessierten Kinogängerinnen und Kinogängern ab 16 Jahren.“


Gerne stellen wir Pressevertreten weiteres Material zur Verfügung. 

Kontakt:
presse[at]filmfestival-marburg.de
marburg[at]cineplex.de